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Natur & Umwelt
Gesundheitszustand

Wanze, Motte, Pilz

Bild vergrößernSchadbild der Rosskastanien; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Schadbild der Rosskastanien; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg, J. Killer

Bild vergrößernBlattbräune-Krankheit der Rosskastanie; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg

Blattbräune-Krankheit der Rosskastanie; Quelle: honorarfreies Pressebild: Stadtgemeinde Salzburg

Wanze, Motte und Pilz setzen den Bäumen zu

Parasitenbefall
In unbelaubtem Zustand ist an vielen, meist älteren Laubbäumen (z.B. Ahorn, Linde, Weide, Pappel, Birke, Apfelbaum oder Eberesche) im Stadtgebiet der Befall mit Misteln (Viscum album) an deren kugeliger Wuchsform gut erkennbar. Dabei handelt es sich um einen Halbparasiten, der zwar selbst zur Photosynthese fähig ist, aber dem Wirtsbaum Wasser und Nährstoffe entzieht. Die Mistel gilt als Schwächeparasit, der vor allem an bereits geschädigten bzw. geschwächten Bäumen verstärkt auftritt.

An vielen Bäumen schmarotzen alljährlich verschiedene Insekten wie Blattläuse und minierende oder gallbildende Organismen. Merkbare Auswirkungen auf die Vitalität der Bäume ergeben sich nur bei einem – selten auftretenden – Massenbefall. Problematisch sind hingegen Neozoen (nicht heimische Tiere), da hierzulande oft die natürlichen Gegenspieler fehlen. Häufig befallen sie Baumarten, die ebenfalls aus anderen Weltregionen stammen.

Die Platanen-Netzwanze (Corythucha ciliata) verursacht durch ihre Saugtätigkeit Ausbleichungen an Platanen-Blättern. Dieses Schadbild wurde erstmals 1994 in der Franz-Josef-Straße beobachtet. Eine gravierende Schädigung wie bei den Rosskastanien war aber bei den Platanen bislang nicht feststellbar.

Die Kastanien-Miniermotte, sozusagen die Hauptkrankheit und verantwortlich dafür, dass sich schon im Sommer die Blätter von Aesculus hippocastanum, der Gemeinen Rosskastanie, braun färben. Buntes Kastanienlaub – wird man das je wieder zu Gesicht bekommen? Wie versucht man, der Plage Herr zu werden? Leider gibt es im Grunde ja keine einzige wirklich gesunde Kastanie mehr. Gift kommt in der Stadt Salzburg nicht zum Einsatz. Das befallene Laub wird eingesammelt und kommt nach Siggerwiesen, wo beim Kompostieren die hohe Temperatur die Motten und ihre Eier vernichtet. Aber an vielen Unis wird zu Baumkrankheiten geforscht und neue Erkenntnisse gibt´s immer wieder. Gravierender als der Miniermotten-Befall, der vor allem die „Optik“ des Baums schmälert, ist übrigens der Brandkrustenpilz bei Linde, Kastanie und Ahorn. Hier hilft als Radikalkur nur mehr das Fällen des erkrankten Baums.

Die Rosskastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) kommt wie ihr Wirtsbaum vom Balkan. Im Rahmen dieser Untersuchungsreihe wurde sie erstmals 1994 in Salzburg registriert, seit 1997 tritt sie flächendeckend im Stadtgebiet auf. Durch Massenvermehrung mit drei Generationen pro Vegetationsperiode bewirkt die Fraßtätigkeit der Larven eine vorzeitige Verbraunung des Rosskastanien-Laubs im Sommer. Im Jahr 2000 wurde ein sehr starker Befall registriert, in den letzten Jahren ist eine gewisse Stagnation zu beobachten. Da die Larven verpuppt im Falllaub überwintern, kann man durch konsequente Laubentsorgung die Befallsintensität deutlich reduzieren.


Kopfzerbrechen bereitet den Mitarbeitern nicht nur die Kastanien-Miniermotte sondern auch der Brandkrustenpilz
Pathogene Pilze
Beim Eschensterben handelt es sich um eine neue Krankheit, die in Österreich zwischen 2003 und 2005 erstmals vereinzelt beobachtet wurde. In Salzburg kommt sie spätestens seit 2007 vor, 2009 verursachte sie bereits erhebliche Schäden – die weitere Entwicklung ist abzuwarten. Weiters gibt es eine Vielzahl von holzzerstörenden Pilzen, die vielfach nur an abgestorbenem Holz leben. Einige können aber auch lebende Bäume befallen, woraus wie beispielsweise im Fall des Brandkrustenpilzes (Ustulina deusta) nicht zu unterschätzende Sicherheitsrisiken (Bruchgefahr) resultieren können.
Durch das feuchte Stadtklima mit den entsprechenden fetten Böden vermehrt sich eine für die Baumstandsicherheit höchst bedrohliche Pilzart, der Brandkrustenpilz, in den letzten Jahren enorm.

Laut Gutachten der Firma Brudi & Partner Tree Consult müssen wegen diesem Pilzbefall bis zu 20 Prozent mehr Bäume frühzeitig gefällt werden.  

Die Holzfäule führt vorwiegend zu Bruchversagen im Bereich des Wurzelhalses. (...)
Vor allem bei infizierten Linden kommt es in solchen Fällen regelmäßig zum statischen Versagen, obwohl die Bäume häufig noch Kronen mit guter bis befriedigender Belaubung aufweisen.' (Reinartz & Schlag, siehe untenstehendes PDF)

Die wegen der Verkehrssicherheit notwendigen Fällungen werden mit höchster Sorgfalt für die Umwelt und unter Vorliegen eines positiven Bescheides nach der gültigen Baumschutzverordnung für jeden einzelnen Baum durchgeführt. 

Und selbstverständlich wird durch das Gartenamt für jeden gefällten Baum ein junger und vitaler Jungbaum an die gleiche Stelle gepflanzt.

Noch Fragen?

Stand: 8.3.2013, Christian Stadler