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Verkehr & Parken
Sicher im StadtBus

Sicherheitstipps

Bild vergrößernfrau mobil sicherheitstipps; Bild: Stadtgemeinde Salzburg

frau mobil sicherheitstipps; Bild: Stadtgemeinde Salzburg

Mit den Sicherheitstipps erhalten Frauen und Mädchen Anregungen, sich zu schützen und zur Wehr zu setzen.

  • Grundsätzlich gilt: Täter wollen keine Aufmerksamkeit erregen. Daher kann offenes Ansprechen das unerwünschte Verhalten beenden.
  • Warten Sie im Haltestellenbereich in der Nähe von anderen Personen auf den Obus.
  • Bei ungewolltem Körperkontakt in den Sitzreihen stellen Sie die Tasche zwischen sich und den/die SitznachbarIn.
  • Bei Nachtfahrten ist es sinnvoll, sich einen Platz in der Nähe des/der ObuslenkerIn zu wählen.
  • Bei sexuellen Belästigungen zögern Sie nicht, sich lautstark zur Wehr zu setzen und das Verhalten des Täters zu benennen: z.B. „Greifen Sie mich nicht an“, „Nehmen Sie Ihre Hand da weg“ …
  • Es kann auch hilfreich sein, andere Fahrgäste um Unterstützung zu bitten und sich an den/die ObuslenkerIn zu wenden, da diese/r über Funk die Polizei herbeirufen kann.

 

Achtung: Mischen Sie sich ein, wenn Frauen und Mädchen bedrängt oder belästigt werden!

Frauen sind Sparmeisterinnen
Mit dem Stadtbus kommen Mädchen und Frauen aber auch kostengünstig an ihr Ziel. Oftmals müssen Frauen aufgrund ihrer Einkommenssituation sehr genau kalkulieren und das vorhandene Geld äußerst sparsam einsetzen. Zur Unterstützung gibt es eine handliche Übersicht von Sparmöglichkeiten rund um die Nutzung des Obusses.

1. Vorverkauf

  • Alle Fahrkarten sind in der Trafik bedeutend billiger als im Obus
  • Verschiedene Vorverkaufs-Tickets in der Geldtasche bereit halten
  • 24-Stunden Karte ausnützen

 

2. Einzelfahrt 09/17 (Einkaufsticket)

  • Um nur € 1,30
  • Gilt von Montag bis Samstag (außer Feiertag) für eine Fahrt zwischen 9 – 17 Uhr

 

3. Netzkarte für Schülerinnen
Aufzahlung auf die sCOOL-CARD schenkt einen Monat lang unbeschränkte Fahrt um € 4,70

4. Seniorinnen (ab 60 Jahre)

  • Halbpreis mit der ÖBB Vorteilskarte „Senior“
  • Günstige Monatskarten für Pensionistinnen mit geringem Einkommen

 

5. Jahreskarte

  • Kostet für die ganze Stadt nur ca. € 1,–/Tag
  • 12 Monate fahren – 10 Monate bezahlen, übertragbar
  • Zusätzlich 20 % Rückvergütung nach einem Jahr

 

6. Familien-Vorteil

  • mit der ÖBB Vorteilscard „Familie“ fährt jeder Elternteil zum ermäßigten Tarif
  • Kinder unter 15 Jahre fahren gratis mit

 

7. Alleinerzieherinnen
Bei geringem Einkommen Anspruch auf sehr günstige Monatskarte
Informationsmaterial

  • Die Sicherheitstipps sind an allen Haltestellen gut sichtbar ausgehängt
  • Infoflyer liegen in allen Obussen auf
  • Pocketplaner werden in Obussen verteilt

 
Unsichtbares Theater
Zur Förderung der Zivilcourage tourt ein unsichtbares Theater in verschiedenen Obussen durch die Stadt. Konkrete Konflikt- und Belästigungssituationen werden wirklichkeitsgetreu vorgeführt, die Reaktion der Fahrgäste abgewartet, danach wird die Situation aufgelöst und zur Hilfestellung aufgefordert. An fünf Tagen sind die SchauspielerInnen im Obus unterwegs und verteilen auch Informationsmaterial.

Frauenberatungsstellen bieten Hilfe
Anlaufstellen bei Angstsituationen bieten Frauen konkrete Hilfestellung. Meldungen zu unangenehmen Erfahrungen oder zu Angsträumen an den und auf dem Weg zu den Haltestellen können bei Monika Schmerold oder Angelika Gasteiner (StadtBus Salzburg), Tel. 4480-6110 gemeldet werden.

Bei sexualisierter Gewalterfahrung bietet der Frauennotruf Unterstützung. Ansprechperson: Andrea Laher, Klinische und Gesundheitspsychologin, langjährige Tätigkeit im Bereich Hilfe und Beratung bei (sexueller) Gewalt an Frauen und Mädchen, Frauennotruf,  Tel. 881100

Forderungen

  • Haltestellengestaltung hinsichtlich Beleuchtung und Transparenz weiterhin kontinuierlich verbessern
  • Einführung eines Sieben-Monatstickets (speziell für RadfahrerInnen): sechs Monate bezahlen und sieben Monate fahren
  • Weitere Anschaffung von Obussen, die mit Kinderwägen, Gehhilfen und Rollstühlen barrierefrei zugänglich sind
  • Mehr weibliche Obuslenkerinnen und mehr Frauen auf allen Ebenen der Verkehrsbetriebs

 

Genderkompetenz schafft Verbesserungen
Genderkompetenz ist die Fähigkeit von Personen, in ihren Aufgaben und Handlungsbereichen Geschlechteraspekte zu erkennen und zu bearbeiten. Der StadtBus Salzburg tut genau dies. Zahlreiche Verbesserungen der letzten Jahre zeigen dies:

  • Haltestellengestaltung: Gute Beleuchtung, Einsichtigkeit/Transparenz, klare Information
  • Technische Ausstattung der Obusse: Absenkbare Einstiegstellen, ausreichend Platz für Rollstuhl und Kinderwägen, verlängerte Türöffnungsintervalle
  • Umgang mit KundInnenwünschen und –beschwerden: Eigene Ombudsstelle, sehr individueller Umgang mit Beschwerden und Wünschen, Zielgruppenangebote, spezifische Schulungen des Obuspersonals
  • Obuslenkerinnen: Erst seit 1999 gibt es Obuslenkerinnen. Mittlerweile fahren 10 Frauen als Lenkerinnen mit dem Obus, das sind 5% aller aktiven ObuslenkerInnen des StadtBus. Der StadtBus zeigt sich sehr interessiert, mehr ObuslenkerINNEN einzustellen!

 

Wege und Verkehrsmittel hängen vom Alltag ab
Wege und Verkehrsmittel hängen stark mit der Rollenverteilung zwischen den Geschlechtern zusammen. So haben Männer meist einen klaren „Hauptwegezweck“. 40% ihrer Wege führen zum Arbeitsplatz, 21% betreffen die Freizeit und 12% dienen dem Einkauf. Fünf Prozent der Wege von Männern haben den Zweck „Bringen und Holen von Personen“.

Bei Frauen sieht dies anders aus. Die Wegezwecke „Arbeitsplatz“ (23%), „Einkauf“ (22%) und „Freizeit“ (21%) werden von Frauen nahezu gleich häufig angegeben. 12% der Wege der Frauen dienen dem „Bringen und Holen von Personen“. Hinter diesen Zahlen steht die Arbeitsteilung, dass Männer immer noch die „Ernährerrolle“ einnehmen und sich in der familiären Versorgung und Kinderbetreuung weniger engagieren, während Frauen neben der Erwerbstätigkeit mehrheitlich die Hauptverantwortung für die Familienorganisation tragen.

Im Durchschnitt legen Frauen pro Tag 29 Kilometer zurück, davon 12 Kilometer mit dem Auto. Männer sind im Mittel pro Tag 46 Kilometer unterwegs, allerdings 30 Kilometer als Autofahrer.

Das Mobilitätsverhalten zeigt, dass Männer häufig eindimensionale Wege zurücklegen, zum Beispiel von zuhause in die Arbeit. Frauen hingegen haben Wegeketten zu bewältigen, sie bringen Kinder von Zuhause in den Kindergarten, fahren dann weiter in die Arbeit, gehen nach der Arbeit einkaufen, holen die Kinder wieder vom Kindergarten ab, fahren zum Zahnarzt und dann erst nach Hause. Hinter diesem Verkehrsverhalten steht die Arbeitsteilung, die nach wie vor den Frauen die Hauptzuständigkeit für Kind/er und Versorgung zuweist. Doch gerade diese unterschiedlichen Anforderungen sollten in der Planung Berücksichtigung finden, was vielfach nicht der Fall ist.

Verkehrsplanung ist stark männerlastig
Viele leitende Positionen im Bereich der Verkehrsplanung sind in Österreich von Männern besetzt. Auch die technischen Büros sind männerdominiert. So gab es in Österreich im Jahr 2008 keine einzige selbständige Verkehrsplanerin. Die Planung von Straßen und die Entwicklung des Öffentlichen Verkehrs erfolgen praktisch ausschließlich aus dem Blickwinkel und der Alltagserfahrung von Männern. Das Wissen und die Erfahrung von Frauen bringen in der Verkehrsplanung Qualitätsgewinne, die überaus nötig sind.

Noch Fragen?

Stand: 13.1.2012, Richilde Haybäck